Freitag, 4. März 2011

Bewegung im Sorbenland - Wałda kritisiert Domowina

Der Wissenschaftler Dr. Měrćin Wałda, der zuletzt durch sein Buch "Wie man seine Sprache hassen lernt" im Gespräch war, hat in einem Schreiben deutlich die längst überfällige Grundsanierung der Domowina gefordert. Kosmetische Korrekturen würden nicht ausreichen, schrieb der Neschwitzer Sorbe laut "Serbske Nowiny". Neben dem Umgang mit Präsidiumsmitgliedern, die sich kritisch zu den Umbauplänen der sorbischen Institutionen und zur Stiftungsverwaltung äußerten - erinnert sei insbesondere an Ludmila Budarjowa und Benedikt Dyrlich - greift Wałda auch die eigenmächtigen Entscheidungen des Domowina-Geschäftsführers Bjarnat Cyž an, die oft nicht mit Präsidium und Vorsitzendem abgesprochen seien. Cyž ignoriere die Einwände von Präsidiumsmitgliedern und entscheide willkürlich. Der jetzige Geschäftsführer des sorbischen Dachverbandes war in der Wendezeit kurzzeitig selbst Vorsitzender gewesen. Heute hindere er das Präsidium an seiner Arbeit und blockiere so wichtige Reformen und neue Gedanken, so Wałda.

Bjarnat Cyž selbst hielt es laut SN nicht für notwendig, sich zu den Vorwürfen zu äußern, als man telefonisch nachfragte. Der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk meinte, im Vorfeld der Domowina-Hauptversammlung helfe es Niemandem, sich "in die Brennnesseln zu setzen". Die Behauptungen Wałdas seien nicht bewiesen.

Nuk selbst tritt nach elf Jahren als Vorsitzender in diesem Jahr nicht erneut an. Wer sein Nachfolger wird, ist kurz vor der Hauptversammlung noch völlig unklar. Zuletzt war er in der Frage, ob der Posten des Vorsitzenden künftig hauptamtlich sein oder ehrenamtlich bleiben solle, von seiner Forderung aus dem Jahr 2009 abgerückt. Damals hatte er sein Verbleiben im Amt davon abhängig gemacht, ob sein Nachfolger bezahlt werde oder nicht.

>>> Interview mit Jan Nuk am morgigen Sonnabend in Wuhladko, MDR, 12.20 Uhr

>>> List Měrćina Wałdy na webstronje Serbskich Nowin

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