Dienstag, 2. März 2010

kuerzungen an der zukunft - panzer statt kinder

ein kommentar zur kuerzung der jugendpauschale in sachsen, in bezug auf den artikel "kein geld fuer kinder, aber millionen fuer luftschloesser" im oberlausitzer kurier


wieder einmal stehen wir vor einer fatalen entscheidung im selben geist, der doch eigentlich schon seit geraumer zeit das finanzielle gebahren von bund und laendern steuert: wenn irgendwo geld fehlt, wird es ganz selbstverstaendlich von jenen genommen, die potentiell am wehrlosesten sind. das heisst in diesem fall: kinder- und jugendarbeit, andere kulturelle einrichtungen (im bautzener fall momentan theater und nationalensemble), sozialhilfe... wo komischerweise nie geld fehlt, sind maechtige interessenten im spiel: sei es der sinnlose und von der bevoelkerung weitgehend abgelehnte neubau des berliner stadtschlosses, der bundeswehreinsatz in afghanistan, die "abwrackpraemie" zur rettung maroder autokonzerne, der zuschuss zum bautzener flugplatz (100.000 pro jahr, um 6 arbeitsplaetze zu erhalten) oder eben auch in torstens beispiel vom city-tunnel. diese posten kommen nicht einmal in betracht, wenn es ums sparen geht.

da trompetet man jahrein, jahraus lautstark vom demokratischen sachsen, vom kampf gegen rechtsextremismus, stellt sich kerzenhaltend medienwirksam in die dresdner innenstadt, um den braunen horden den weg zu versperren und so fort. wenn es aber um die geht, die mit ihrer arbeit an der basis - im steinhaus-beispiel mit mobiler jugendarbeit, diversen taeglichen angeboten fuer kinder und jugendliche, internationale projekte mit polen, portugal, litauen etc. - einen gewaltigen teil zum kampf gegen die verwahrlosung der provinz und damit gegen das erstarken von extremisten beitragen, dann wird der rotstift schnell gezueckt.

wann wird man es endlich bemerken - in der regierung, aber vor allem im wahlvolk - dass wir uns auf einem gefaehrlichen weg befinden und reihenweise entscheidungen treffen, die die zukunft unserer demokratie, unserer gesellschaft, unseres landes in frage stellen? ist es wirklich so schwer zu begreifen, dass das deutschland der zukunft nicht auf unseren zweifelhaften einsaetzen in afghanistan und "luftschloessern" im wahrsten sinne, sondern auf den kindern und jugendlichen von heute basiert? welches bild von der zukunft sollen wir uns malen, wenn wir hier und jetzt miterleben muessen, dass wir schon heute einen dreck wert sind, ja dass massive kuerzungen nicht einmal diskutiert, sondern geradewegs beschlossen werden?

die entscheidung zur kuerzung der jugendpauschale ist ein unertraegliches signal und ein schwerer fehler, gegen den laut und deutlich protestiert werden muss, und zwar aus allen ecken der gesellschaft und nicht nur aus jugendhaeusern heraus. sonst reiht sich diese episode ein in eine endlose geschichte von fehlentscheidungen, von denen die allermeisten in der bevoelkerung widerspruchslos hingenommen wurden. das kann und darf nicht so weitergehen.


>>>>bitte unterschreiben: petition gegen die kuerzungen in kinder- und jugendhilfe

1 Kommentare:

  1. Přeco zaso jónu ze zajimom a wjeselom Twoje přinoški k wšelakim prašenjam wosebje serbskeho žiwjenja, ale tež powšitkownje k politice čitam - dale tak! Snadź móžemoj so jónu we Łužicy zetkać a při winku a cigarilu/cigareće disputować. Luby postrow, Marcel

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